Silke Gebel: „Schulen müssen die Paläste unserer Zeit sein“

In einem Interview mit dem Tagesspiegel unserer Fraktionsvorsitzenden Silke Gebel geht es unter anderem um Lösungen zur aktuellen Problematik fehlender Schulpätze, um den Schulbau und um die Freien Träger. Denn die Krise ist auch eine Chance – auch im Hinblick darauf, neue Partner wie etwa die Freien Träger zu gewinnen.

Einige Auszüge aus dem Interview mit Silke Gebel:

„Die Stadt muss ja noch über das bereits geplante Maß hinaus mächtig zulegen, um alle Kinder unterzubringen. Klar ist, dass wir gute Schulplätze schaffen müssen. Das tun wir! Aber es ist eine falsche Tendenz, wenn Schulen überbelegt werden. Deswegen ist das „Fliegende Klassenzimmer“ eine richtig gute Lösung, die von einem grünen Stadtrat in Tempelhof-Schöneberg entwickelt wurde. Innerhalb von fünf Monaten entstehen durch wiederverwendbare Holzbauten hochwertige Schulplätze. Das werden wir auf ganz Berlin übertragen. Die Bezirke brauchen mehr Personal, um Grundstücke baureif zu machen. Und wir müssen neue Partner gewinnen.“

„Wir haben die Schulen in freier Trägerschaft, von denen viele allen Schülern offenstehen. Mit denen brauchen wir ein Bündnis, um gemeinsam Schulplätze zu schaffen. Wenn wir das in so einer Notsituation versäumen, werden die stärksten Eltern mit ihren Kindern das Regelschulsystem verlassen. Das können wir nicht zulassen. Aber haben die freien Schulen denn Plätze? Sie könnten zusätzliche Plätze schaffen und von den Ausbaumaßnahmen wie dem Fliegenden Klassenzimmer partizipieren. Dafür müssten wir das System öffnen.“

„Schulen wurden bis über die Belastungsgrenze belegt. Das dürfen wir nicht hinnehmen und müssen neue Kapazitäten schaffen. Deshalb war es für die Beschleunigung richtig, die Wohnungsbaugesellschaft Howoge beim Schulbau einzubinden.“

„Fachräume oder Räume für Teilungsstunden für regulären Unterricht zu nutzen, darf maximal eine temporäre Maßnahme sein. Die Schulpflicht steht ja über allem. Aber wir brauchen einen Plan, wie wir davon wieder wegkommen. Schule darf kein Ort der Aufbewahrung sein, sondern ein Ort des Lernens, des Lachens und der Bewegung.“

„Schulen müssen die Paläste unserer Zeit sein. Das ist der Ort, wo die nächste Generation aufwächst und Zusammenhalt für die Gesellschaft entsteht.“

Silke Gebel im Interview mit dem Tagesspiegel vom 8.9.2019

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