Spaziergang über den jüdischen Friedhof in Weißensee

Ein Bericht von Harald Möller

Stefanie Remlinger, Sergey Lagodinsky und Silke Gebel hatten für Sonntag, den  29.8.2021 zu einem historischen Spaziergang über den jüdischen Friedhof in Berlin Weißensee aufgerufen. Außerdem hatten sie den Friedhofsexperten Reinhard Männe dafür gewinnen können,  diesen Spaziergang zu begleiten und an ausgewählten Stellen  Informationen über den Friedhof  vorzustellen. Herr Männe ist der ehemalige Kontaktbereichsbeamte der Berliner Polizei, der bis 2008 für den Friedhof in Weißensee zuständig war.  Dies schloss – wie er an einer Stelle seiner Ausführungen vortrug – mitunter auch den nächtlichen Gang über den Friedhof ein, bei dem er dann Bekanntschaft mit Füchsen und Waschbären sowie derem Treiben auf dem Friedhof machte. Außerdem ist Herr Männe der stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises des  Jüdischen Friedhofs Weißensee, der sich jetzt ehrenamtlich um den Friedhof kümmert. Aus diesen beiden Tätigkeiten ist ein umfangreicher Erfahrungs- und Wissensschatz entstanden, der Herrn Männe dabei half, den Teilnehmern des Spaziergangs immer wieder interessante Informationen und Details über den Friedhof und dessen Gräber vorzutragen.  Trotz ausgesprochen regnerischem Wetter während der ersten eineinhalb Stunden des Spazierganges – am Schluss klarte es dann zu fast sommerlichem Wetter auf – hatten sich etwa 20-30 Personen v.a. aus dem grünen Spektrum eingefunden, von denen die Mehrzahl auch die folgenden zwei Stunden blieb. Die Ausführungen von Herrn Männe stießen auf großes Interesse.

Grundinformationen und der Eingangsbereich

Juden im Gebiet der heutigen Bundesrepublik lassen sich bereits im 4. Jahrhundert nach Christi Geburt im Kölner Raum nachweisen. Im 13. Jahrhundert hat es dann eine jüdische Gemeinde in Spandau  gegeben, die nach etwa zweieinhalb Jahrhunderten mit der Vertreibung der Juden aus Brandenburg zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein Ende fand.  Grabsteine des Friedhofs dieser Gemeinde wurden anschließend für den Bau der Spandauer Zitadelle ab dem Jahre 1520  verwandt.  Einzelne dieser Steine sind bei Restaurierungs- und Bauarbeiten in der Zitadelle im Verlauf der letzten Jahrzehnte freigelegt worden. Sie belegten somit mit Hilfe von archäologischem Material, was auf Basis von Schriftquellen bereits bekannt war – nämlich, dass es  Juden und jüdische Grabsteinen in  einem Vorort von Berlin bereits im Mittelalter gegeben hat – konkret im Jahre 1244.  Der jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee entstand 1890. Er entwickelte sich – angesichts einer rasch wachsenden jüdischen Gemeinde – bis 1945 zu dem größten jüdischen Friedhof in Deutschland und einem der größten jüdischen Friedhöfe weltweit. Er enthält etwa 116.000 Grabstellen. 

Im Eingangsbereich des Weißenseer Friedhofs befindet sich eine Anlage zum Gedenken an die sechs Millionen Opfer des Holocaust. Diese besteht aus  einem Gedenkstein mit einer Inschrift und Steinen mit den Namen von Konzentrationslagern, in denen der Judenmord stattfand, die kreisförmig um den Gedenkstein herum niedergelegt sind.  Rechts vom Gedenkstein befindet sich die Verwaltung mit einem Archiv, das die NS-Zeit relativ unbeschädigt überstand, und nach der Wende zeitweilig einem starken Andrang von Menschen aus dem Westen ausgesetzt war. Mittlerweile hat sich die Situation allerdings wieder „normalisiert“. Links ist das Tabarahaus. Beide Gebäude sind durch Arkadengänge miteinander und mit der hinter ihnen liegenden Trauerhalle verbunden. Rechts vom Eingangsbereich liegt hinter dem Verwaltungsgebäude dann eine Ehrenreihe, an der sich Grabsteine von Personen befinden, die aus bestimmten Gründen  eine besondere Bedeutung für das Judentum besessen haben. Außerdem liegt dort das Begräbnisfeld A1, anhand deren Grabsteinen Herr Männe mehrere Spezifika und Symbole des Judentums und der jüdischen Begräbnisrituale vorstellte. Schließlich sind dort in einer Grabstelle mehrere Thorarollen begraben worden, die in der NS-Zeit geschändet worden waren.     

Jüdische Symbolik und deren Abwandlung infolge Assimilation

Auf dem Friedhof finden sich in und  an sehr vielen Stellen jüdische Symbole.  Ein erstes Beispiel ist der Davidstern, der durch zwei ineinander verwobene gleichschenklige Dreiecke gebildet wird. Die Friedhofsordnung sieht vor, dass alle Grabsteine des Friedhofs einen Davidstern sowie hebräische Buchstaben aufweisen müssen.  Eine Ausnahme – auf die unten eingegangen wird – ist das Grab von Stefan Heym. Ein zweites  Beispiel ist die Kippa, eine kleine, kreisförmige Kopfbedeckung. Sie drückt im Judentum Ehrfurcht vor Gott aus und ist ein Zeichen dafür, dass Gott über dem Menschen steht. Traditionell wird die Kippa von Männern den ganzen Tag lang getragen. Beim Gebet, dem Studium religiöser Texte und während eines Synagogen- oder Friedhofsbesuchs ist zwingend vorgeschrieben, dass eine Kopfbedeckung zu tragen ist. Alle männlichen Besucher des Friedhofs in Weißensee werden deswegen gebeten, bei ihren Besuch entweder eine  Kippa oder eine andere Kopfbedeckung zu tragen – welches Gebot die Teilnehmer unseres Spaziergangs befolgten. Ein drittes  Beispiel ist die Menora. Es handelt sich um einen Kerzenständer mit sieben Armen. Dieser Ständer symbolisiert im Judentum  die Schöpfung der Welt in sieben Tagen. Der siebente Tag steht dabei für den Schabbat, einen Feiertag, der dem christlichen Sonntag entspricht. Außer dem siebenarmigen Kerzenständer gibt es auch einen acht- bzw. neunarmigen Ständer, der Chanukka heißt. Die Lichter der Chanukka werden am Chanukkafest angezündet. Es liegt in großer Nähe des christlichen Weihnachtfestes. .

An vielen Gräbern des Friedhofs lässt sich jedoch auch zeigen, dass viele der Menschen, die auf dem Weißenseer Friedhof begraben wurden, einem Prozess der Assimilation unterlagen und durch die Sitten und Gebräuche ihrer christlichen Umwelt beeinflusst waren. Das lässt sich beispielsweise am Bilderverbot demonstrieren, welches  den drei abrahamischen Religionen (also dem Judentum, dem Christentum und dem Islam)  im Prinzip eigen ist. So gibt es auf dem Weißenseer Friedhof mehrere Gräber, die Bilder von Verstorbenen enthalten. Diese waren jedoch für den „normalen“ Besucher nicht sichtbar, da sie eine seitliche Halterung aufwiesen, mit der ein verhüllender  Deckel geöffnet und wieder verschlossen werden konnte. Kam also beispielsweise ein Enkel und sollte oder wollte das Angesicht seines verstorbenen Großvaters sehen, so wurde der Deckel aufgeklappt und der Enkel konnte sich das Bild des Großvaters ansehen. Anschließend wurde wieder zugeklappt, so dass andere Menschen es nicht  sehen konnten. An einigen Grabstellen mit Bildern ist dieser Deckel entweder abgefallen oder abgenommen worden, so dass die entsprechenden Bilder nun für die Allgemeinheit sichtbar sind.  

Das Denkmal  für die Widerstandsgruppe von Herbert-Baum + Verschwörungstheorie

Eine  Anlage für Herbert Baum (1912-1942) erinnert an eine Widerstandsgruppe, die 1942 einen Anschlag auf eine Propagandaausstellung der Nazis verübte. Am 18. Mai 1942 wurde ein Brandanschlag auf die NS-Ausstellung „Das Sowjetparadies“ im Lustgarten durchgeführt, der leichte Schäden bewirkte, ohne die Ausstellung selbst wesentlich zu beeinträchtigen. Diese Ausstellung über die Sowjetunion diente der Legitimation der deutschen Aggression gegen die UdSSR ab dem 22.6.1941. Mit ihrem Anschlag wollte die Gruppe ein Zeichen gegen diesen Krieg setzen. Wenige Tage nach dem Anschlag wurden Herbert Baum und in der Folge viele andere Mitglieder der Gruppe von der Gestapo verhaftet. Baum wurde kurz darauf erhängt in seiner Zelle aufgefunden. Ob er Selbstmord beging oder ermordet wurde, wurde nie geklärt. Die Mitglieder der Gruppe, die anschließend vor Gericht gestellt wurden, wurden mehrheitlich zum Tode verurteilt und hingerichtet. Auf der Rückseite des Gedenkstein für Herbert Baum sind 27 Mitglieder  der Gruppe aufgelistet, die 1942 und 1943 hingerichtet wurden.  Meist handelt es sich um Personen, die zwischen 20 und 30 Jahren alt waren – also um sehr junge Menschen. Außerdem wurde der Jüdischen Gemeinde in Berlin kurz nach dem Anschlag mitgeteilt, dass 500 Juden verhaftet worden seien, von denen 250 sofort erschossen worden waren  – als Repressalie für den Anschlag. Falls es zu weiteren Aktionen wie dem Anschlag auf die Ausstellung komme, würden die anderen 250 Juden ebenfalls erschossen. Sprich: Die NS-Führung ging entsprechend einer verschwörungstheoretischen Sicht des Vorfalls  davon aus, dass das Judentum hinter dem Anschlag stecke und deswegen eine Drohung gegenüber dem Kollektiv des Judentums ein wirkungsvolle Gegenmaßnahme darstelle. Dass hier eine  Gruppe von Jugendlichen und sehr jungen Menschen, die mehrheitlich deutsche Juden waren, eigenständig  gehandelt haben könnte, lag außerhalb des eigenen Vorstellungs-horizontes.

Ein Streit um das Grab vom Stefan Heym und jüdischer Eigensinn

Eine Stele, die hinter der Trauerhalle liegt, erinnert an Helmut Flieg (1913-2001), der später den Künstlernamen Stefan Heym annahm. Heym, der sich schon als Schüler in antifaschistischem Sinne betätigt hatte, floh nach der Machtergreifung der Nazis im Jahre   1933 zunächst in die Tschechoslowakei und von dort in die USA.  Dort  wurde er  Schriftsteller, der seine Bücher  in den folgenden Jahrzehnten meist in Englisch publizierte, auch erwarb er die  amerikanische Staatsbürgerschaft. Außerdem trat er 1943 in die US-Armee ein. Er war anschließend im Bereich der  Psychologischen Kriegsführung tätig und erhielt hohe Ehrungen. Nach dem Kriegsende zunächst wieder als Schriftsteller  in den USA aktiv, entschied er sich zu Beginn der 50er Jahre  für eine Rückkehr in die ursprüngliche Heimat – wahrscheinlich wegen des immer stärker werdenden MC-Carthyismus.  Er gab militärische Auszeichnungen und seinen Offiziersrang zurück. Außerdem wechselte Heym  via die CSSR in die DDR. Dort entwickelte er sich rasch zu einem erfolgreichen Propagandisten des  SED-Staates, der ganz im Sinne des neuen Regimes wirkte.   Nach dem 20. Parteitag der KPdSU 1956, der mit seinen Enthüllungen über die Untaten des Stalinismus vielen Kommunisten einen tiefgehenden Schock versetzte,  entwickelte Heym jedoch zunehmend kritische Positionen. Er wandte sich u.a. gegen die Ausbürgerung Wolfgang Biermanns und wurde aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen. In der Wendezeit wandte er sich allerdings auch gegen eine Konföderation von  DDR und  BRD und für eine Erhaltung einer eigenständigen DDR mit demokratischem Sozialismus. Heym starb am 16.12.2001.

Sein Grabstein gab Anlass zu einer Debatte mit der Weißenseer Friedhofsverwaltung. Heym hatte testamentarisch verfügt, dass nur sein Name und sein Geburts- und Sterbedatum auf seinen Grabstein gesetzt werden sollten. Die Friedhofsordnung sieht jedoch vor, dass auch ein Davidstern sowie jüdische Buchstaben auf jeden Grabstein zu setzen sind. Außerdem war die Friedhofsverwaltung nicht bereit, eine Ausnahme-genehmigung nur für Heym zu erteilen. Die Witwe von Heym war ihrerseits nicht bereit, einen solchen Stern auf den Stein zu setzen, da dies der testamentarischen Anordnung Heyms widersprochen hätte. Man einigte sich schließlich auf einen Kompromiss. Neben dem Grabstein wurde eine 20 mal 20 Zentimeter große Grabplatte mit einem Davidstern und hebräischen Schriftzeichen angebracht. Diese ist jedoch für den Betrachter faktisch nicht sichtbar, da sie mit Steinen verdeckt ist. Somit war dem letzten Willen Stefan Heyms und den Bestimmungen der Friedhofsordnung Genüge getan. 

Wie die Jüdische Gemeinde zu DDR-Zeiten einmal einen Straßenbau verhinderte

Zwischen dem Eingangsbereich des Friedhofs und dem v.a. ab den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit Grabstellen belegten Bereich lag längere Zeit ein von Grabstellen freier Bereich, der immer wieder Gegenstand der Planungen von Stadtplanern war, die auf einen großzügigen Ausbau des Straßennetzes im Innern Berlins und den Anschluss dieses Netzes an die Außenwelt zielten. So wollten in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts  staatliche Stellen der DDR eine Autobahn in das Stadtinnere Ostberlins bauen lassen, die einen Teil des jüdischen Friedhofs in Weißensee durchlaufen hätte.  Die zwei auf diese Weise geteilten Teile des Friedhofs sollten dabei  durch eine Brücke miteinander verbunden werden. Als diese Absicht bekannt wurde, gab es Proteste. Heinz Galinski schrieb im Namen des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde von Berlin deswegen 1986 einen Brief an Erich Honecker. In diesem verwies er darauf, dass ab 1942 auf dem Gelände, das für die Autobahn vorgesehen war,  heimlich und nachts Beerdigungen von Personen  aus dem Spektrum der  etwa 1200  Juden stattgefunden hätten, die in die Illegalität abgetaucht waren, um der Deportation zu entgehen.  Durch den Autobahnbau würde die Ruhestätte dieser Menschen jetzt gestört. Das habe erhebliche Unruhe ausgelöst. Man muss dazu wissen, dass in der jüdischen Religion Grabstätten und Friedhöfe  nicht für eine bestimmte Zeit angelegt werden, sondern  als ewige Ruhestätten dienen sollen.  Der Autobahnbau hätte also einem wichtigen  Gebot des Judentums  widersprochen, zudem eine Gruppe von verfolgten und in die Illegalität abgedrängten Menschen getroffen, deren Schicksal Honecker aus eigenem Erleben als Verfolgter des Naziregimes durchaus nachvollziehen konnte. Der Brief endet damit, dass Galinski als ebenfalls Verfolgter des Naziregimes um eine wohlwollende Entscheidung bat. Galinski hatte mit seiner Eingabe Erfolg. Honecker fällte  die Entscheidung, die geplante Autobahn nicht bauen zu lassen. Nach der Wende wurde bei der weiteren Nutzung des für den Autobahnbau vorgesehenen Geländes allerdings nirgendwo Grabstätten von Menschen gefunden, die in den 40er Jahren in die Illegalität abgetaucht und verstorben waren. Galinski hatte anscheinend „geblufft“ – aus durchaus nachvollziehbaren Gründen.  Heute ist auf dem Teil des Friedhofs, der für den Autobahnbau vorgesehen war,  übrigens mit vielen  Grabstätten belegt.

Die historische und ökologische Bedeutung des Friedhofs

Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass der jüdische Friedhof in Weißensee große kulturhistorische Bedeutung besitzt, die sich aus einer  engen Verbindung mit der historischen Entwicklung Berlins ergibt. So entstanden nach der Wiederansiedlung von Juden in Berlin ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts  in den folgenden zwei Jahrhunderten drei „große“ jüdische Friedhöfe: Erstens der jüdische Friedhof in der Großen Hamburger Straße, auf dem bis 1827 beerdigt wurde. Dieser Friedhof wurde im II. Weltkrieg sehr weitgehend  infolge sog. Luftschutzarbeiten der Nazis zerstört. Zweitens wurde für die stark wachsende jüdische Gemeinde im 19. Jahrhundert ein neuer Friedhof in der Schönhauser Allee angelegt, der von 1827 bis 1890 genutzt wurde. Auf ihm gibt es mehr als 20.000 Grabstellen. Drittens wurden ab 1890  Berliner Juden dann infolge einer immer noch stark wachsenden Gemeinde  v.a. auf dem Friedhof in Berlin-Weißensee beerdigt, der v.a. in der Zeit bis 1945 genutzt wurde. Dieser Friedhof ist mit jetzt etwas über 116.OOO Grabstellen einer der größten jüdischen Friedhöfe weltweit, auf dem sehr viele Personen beerdigt wurden, die für die Entwicklung des Judentums sowie als Wissenschaftler, Kunstschaffende, Historiker und Politiker große Bedeutung besaßen und besitzen.  Er repräsentiert quasi eine Höhepunkt der Entwicklung des deutschen Judentums in Preußen und im deutschen Kaiserreich.

Dieser Friedhof stellt aber nicht nur  ein geradezu einzigartiges Denkmal des deutschen Judentums im preußischen Kaiserreich dar, sondern hat auch eine große ökologische Bedeutung für die Jetztzeit.  So erfasste eine Studie aus dem Jahre 2015 45 verschiedenen Baumarten und insgesamt etwa 7000 Bäume auf dem Friedhofsgelände, wobei der Sitzahorn führt, gefolgt von der gewöhnlichen Esche, der holländischen Linde, dem Berg-Ahorn und der gewöhnlichen Robinie. Auffällig ist dabei, dass es neben Allee- und Grabbäumen eine sehr große Zahl von Spontangehölzen gibt. Oft haben Besuchende des  Geländes deswegen den  Eindruck, in einer  „Wildnis“ zu sein.  Außerdem gibt es in den ältesten Teilen des Friedhofs eine starke Häufung von Biotopholzstrukturen. Schließlich wurden insgesamt 38 Vogelarten erfasst, von denen acht in der Roten Liste Berlins geführt werden und drei als strenggeschützt gelten. Kurz: Wir haben hier einen relevanten Park mitten  in Berlin; dessen Erhaltung, Bewahrung und Pflege gerade uns Grünen nicht nur aus historischen Gründen  ein besonderes Anliegen  sein sollte.

Harald Möller

Fotos: (c) Harald Möller

Literatur und Hinweise:

–   Wolfgang Benz und Walter H. Pehle (Hg), Lexikon des deutschen Widerstandes, 1994 Frankfurt/Main
– Eine Dokumentation des Bundesarchivs über den Brief der Jüdischen Gemeinde an Erich Honecker vom 10. September 1986, die vor kurzem ins Internet gestellt wurde (MFS VRD Nr. 11143)
–   Alfred Etzold, Joachim Fait, Peter Kirchner, Heinz Knobloch, 1987, Jüdische Friedhöfe in Berlin, Berlin
–  Stefan Heym, 1972, Der König David Bericht, München 1972
–   Landesdenkmalamt Berlin und Technische Universität Berlin, 2013, 115.628 Berliner. Der Jüdische Friedhof Weißensee. Dokumentation der flächendeckenden Erfassung der Grabstätten. 115628 Berliners. The Weissensee Jewish Cemetery. Documentation of the Comprehensive Survey of the Burial Sites, Berlin
–    Birgit Seitz, Ingo Kowarik, Andreas Lemke, Moritz von der Lippe,  Tobias Arera Rütenik, Sascha Buchholz, Anne Hiller, Norbert Kühn, Volker Otte, Ellen Richter,Jens Scharon, Tobias Teige, 2015,  Abschlußbericht des Forschungsvorhabens Integration von Naturschutzzielen bei der Bewahrung und Entwicklung des jüdischen Friedhofs in Berlin Weißensee (Az 29773), Berlin
–   Britta Wauer, 2011, Der Jüdische Friedhof in Berlin Weißensee. Im Himmel, unter der Erde, Berlin (DVD)

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