Zum Inhalt springen

Müllkampagne #mittemachtsauber

Stefanie Remlinger

Müll auf den Straßen – muss das sein?

Kaum ein Thema hat mir zu Beginn meiner Amtszeit so viele Beschwerden eingebracht wie der Müll im öffentlichen Raum. Viele Menschen haben mir geschrieben oder gesagt: „Das Problem sieht doch jeder – das scheint Ihnen wohl egal zu sein.“ Nein, ist es nicht! Im Gegenteil. Aber es ist ein komplexes Problem, das sich nicht einfach verordnen oder über Nacht lösen lässt. Zumal der Bezirk hier nicht allein zuständig ist: Die Hauptverantwortung liegt bei der BSR.

Klar ist aber auch: Es ist ein menschengemachtes Problem – durch rücksichtsloses Wegwerfen, durch illegalen Gewerbemüll und durch Hausverwaltungen, die ihre Pflichten nicht ernst nehmen. Das ist nicht hinnehmbar.

Deshalb handeln wir auf zwei Ebenen: konsequent gegenüber den Verursachenden – und gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Denn ohne die Anwohnerinnen und Anwohner geht es nicht. Deshalb habe ich einen Müllgipfel einberufen und die Menschen vor Ort gefragt: Was stört euch am meisten? Wo sind die schlimmsten Müll-Hotspots? Zu welchen Zeiten? Was sind die wichtigsten Stellschrauben, damit es spürbar sauberer wird? Aus diesen Rückmeldungen ist unsere Kampagne „Mitte macht sauber“ entstanden.

Stefanie Remlinger
Stefanie Remlinger / rbb24

Mit der SOKO Müll gehen wir gezielt gegen illegalen gewerblichen Müll vor – ein Ärgernis, das viele Kieze besonders belastet. Gleichzeitig bauen wir die sogenannten Kieztage aus, damit Nachbarinnen und Nachbarn Sperrmüll einfacher und niedrigschwellig entsorgen können, ohne lange Wege oder eigenes Auto.

Wir unterstützen außerdem Initiativen, die Clean‑ups organisieren, Dinge reparieren, weiterverwenden und damit zeigen: Engagement im Kiez wirkt. Flankiert wird das durch eine Social‑Media‑Kampagne, die sensibilisiert, informiert und Verantwortung einfordert.

All das geschieht in enger Zusammenarbeit mit der BSR. Von ihr wünsche ich mir eigentlich, dass es wieder festgelegte Tage gibt, an denen ganze Gebiete systematisch abgefahren und der Sperrmüll eingesammelt wird. Das will die BSR partout nicht. Aber dann brauchen wir wenigstens einen BSR-Hof in Mitte. Die sonstigen Entsorgungsmöglichkeiten sind einfach zu kompliziert und teuer.

Wir haben schon viel geschafft, aber mein Ziel ist und bleibt: ein öffentlicher Raum, der attraktiv ist, in dem man sich gerne aufhält. Öffentlicher Raum ist kostbar. Er ist mehr als nur eine Durchgangsfläche – er ist Ort für Kultur, für Begegnung, für Feste, für Miteinander. Dafür lohnt es sich zu kämpfen. #mittemachtsauber – mach du, machen Sie mit!