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Obdachlosigkeit in Mitte – ganzheitlich statt harter Hand

Jahanzeb Ahsan auf Unsplash

Gerade in Mitte zeigt sich eines der drängendsten sozialen Probleme unserer Stadt sehr deutlich: Obdachlosigkeit. Nicht immer, aber immer wieder ist sie verbunden mit Krankheit, sozialer Not, Verwahrlosung oder Sucht. Zustände, die niemand hinnehmen darf. Gleichzeitig ist mir klar: Verdrängung ist keine Lösung. Wegschauen, Platzverweise oder reine Polizeipräsenz verbessern die Situation weder für die Betroffenen noch für die Nachbarschaft. Wer Menschen verdrängt, verschiebt Probleme – er löst sie nicht.

Ich stehe für eine Politik, die an der Ursache ansetzt. Doch es gibt nicht „die Obdachlosen“ und damit auch keine einfachen Lösungen. Harte Hand, fordern einige. Das mag kurzfristig wirken, scheitert aber langfristig – menschlich wie politisch.

Dass es anders geht, zeigt das Beispiel der rund 100 Rom:nja aus dem ehemaligen Camp am Hauptbahnhof. Wir konnten sie gemeinsam als Familien unterbringen. Wir sind den Rom*nja mit Respekt und Verlässlichkeit begegnet und freuen uns über das Vertrauen, das uns entgegen gebracht wurde.

Wenn Sucht eine Rolle spielt…

Auch rund um den Leopoldplatz gilt: wegschauen oder verdrängen hilft nicht. Deshalb setze ich mich für ein Haus der Hilfe ein – ein Ort, an dem Menschen versorgt, stabilisiert und begleitet werden. Mit Tagesaufenthalt, Drogenkonsumraum, Substitutionsangeboten, medizinischer Versorgung, Suchtberatung, Kleiderkammer und sozialer Unterstützung wird den Betroffenen geholfen. Nach langer Suche haben wir einem passenden Standort im Blick. Ich bleibe dran, versprochen!

Gleichzeitig ist es uns, für die Suchtkranken am Leo einen Konsumraum zu schaffen. Wir haben die beiden Spielplätze räumlich abgetrennt und ein Platzteam engagiert, dass auf vor Ort moderiert und auf Sauberkeit und gutes Miteinander achtet. Mehr Polizeipräsenz richtet sich gezielt gegen organisierte Drogenkriminalität. So ist der Leopoldplatz spürbar sauberer und sicherer geworden, weil Drogen nicht mehr auf Spielplätzen und in Hauseingängen konsumiert werden.

Was fehlt

Obdachlosigkeit braucht eine gemeinsame Strategie für ganz Berlin. Mitte darf nicht zum Auffangort werden, weil Andere wegsehen. Deshalb arbeite ich eng mit dem Senat zusammen und halte das Thema konsequent auf der politischen Agenda.

Mein Anspruch ist klar: Hilfe statt Verdrängung. Perspektiven statt Platzverweisen. Der Ansatz „Housing First“ zeigt, wie es geht: ein Zuhause sollte nicht der letzte Schritt sein – sondern der erste.