Berlin-Mitte ist das kulturelle, politische, historische Herz unserer Stadt – und dieses Herz steht unter Druck. Mieten steigen, Tourist*innen bleiben aus und über 70 Hotels mussten in den letzten Jahren schließen. Gleichzeitig zieht der Handel zieht heute weniger Menschen an: wer online einkauft, braucht keinen Shopping-Trip nach Mitte mehr. Die Folge? Klassische Einkaufsorte geraten ins Straucheln – vom Schultheiß-Quartier über die Galeria am Alexanderplatz bis zum Potsdamer und Leipziger Platz. Leerstand und die drohende Verödung bringt potenziell auch Verwahrlosung und eine spürbar geringere Lebensqualität im Kiez mit sich.
Doch die Menschen in Mitte wünschen sich was Anderes: einen partizipativen und lebendigen Bezirk mit guten Nachbarschaften. Nachbarschaften, die vielfältig und solidarisch sind, die Orte des der Begegnung und des Miteinanders sind, wo Kunst, Kultur und Wirtschaft Raum haben.
Lebendige Räume durch Mischnutzung
Setzen wir auf reine Marktlogik, bleiben Flächen eher leer und werden Eigentümer*innen Flächen womöglich auf die nächste Renditewelle warten – und die Stadt als Ganzes verliert. Wenn der schwarz-rote Senat gleichzeitig bei Kunst, Kultur, Weihnachtsbeleuchtung, Silvesterparty und Freiflächenpflege spart, leidet das, was Berlin lebendig macht. Dabei ist Kultur der Motor einer lebendigen Stadt und belebt sie nachhaltig.
Ich bin überzeugt: wir müssen Kieze und die Innenstadt neu denken – als vielfältigen Raum, in dem Arbeiten, Wohnen, Kultur, Gastronomie, Begegnung und Wirtschaft zusammenkommt. Dazu braucht es klare Leitplanken der öffentlichen Hand. Wir müssen stärker steuern, welche Nutzungen entstehen – um eine vielfältige urbane Mischung und prosperierende Kieze zu sichern.
Von der Vision ins echte Leben
Große Warenhäuser bieten hier fürs Erste besondere Chancen. Sie können zu Orten werden, an denen vieles gleichzeitig passiert – einkaufen, lernen, essen, Nachbar*innen treffen, Neues erlernen, Kunst und Kultur genießen. Orte, für die es sich wieder lohnt, vor die Tür zu gehen.
Deshalb setze ich mich für die kommunale Zwischennutzung des Karstadt am Leopoldplatz ein – unser Pilotprojekt für lebendige Nutzungskonzepte. Damit Mitte lebendig und attraktiv bleibt, kämpfe ich außerdem für die Landesbibliothek am Alexanderplatz ein und ein neues Kunst- und Atelierhaus im ehemaligen Kleist-Gymnasium in Moabit. Nicht nur für Besucher*innen – sondern vor allem für die Menschen, die hier leben.
Bezirksamt Mitte
Bezirksamt Mitte