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Meine Ziele: Mitte als lebendige Stadt in der Zukunft

Stefanie Remlinger

Und wie? Das kann man hier nachlesen.

Mitte als lebendige Stadt in der Zukunft

Droht die Verödung? Ich formuliere das bewusst so. Berlin-Mitte ist das kulturelle, politische, historische Herz der Stadt, und dieses Herz schwächelt. Wir haben in Berlin vier Millionen Touristenbesuche weniger als noch vor Corona, rund 70 Hotels haben in dieser Zeit geschlossen. Berlin ist teurer, enger und öder geworden.

Die Stadt ist im Wandel

Das hat auch strukturelle Gründe: der Handel zieht heute weniger Menschen in die Innenstadt als früher. Wer vieles online erledigt, braucht keinen „Shopping-Trip“ mehr. Das bringt klassische Einkaufsorte ins Straucheln – vom Schultheiß-Quartier über die Galeria am Alexanderplatz bis zum Potsdamer und Leipziger Platz. Zusätzliche Anlässe, die Innenstadt als Erlebnisraum zu stärken, sehe ich als zentralen Baustein.

Ein positives Beispiel ist die Gegend rund um die Oranienburger. Tourismus, Hotel, Gastro und Wirtschaft funktionieren hier noch recht gut. Warum? Ich wage zu behaupten, es liegt an der Rahmung von Hochkultur (Museumsinsel), Freier Kulturszene (Monbijou-Theater) und Freiraum (Monbijou- und James-Simon-Park). Vor diesem Hintergrund kritisiere ich die Sparmaßnahmen des Senats bei Kunst, Kultur, Weihnachtsbeleuchtung und Silvesterparty und Freiflächenpflege. Das sind die falschen Signale!

Durch Mischnutzung lebendige Räume schaffen

Das Thema Verödung der Innenstädte droht an zentralen Stellen in unserem Bezirk voll anzukommen – mit all seinen Folgeproblemen von Verwahrlosung und Niedergang. Dagegen braucht es mehr als Marktlogik: Es braucht klare Leitplanken der öffentlichen Hand. Denn wenn Eigentümer*innen Flächen leer stehen lassen oder auf die nächste Renditewelle warten, verliert die Stadt als Ganzes. Wir müssen deshalb stärker steuern, welche Nutzungen an diesen Orten entstehen – und wie wir die urbane Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Kultur, Bildung, Begegnung und Versorgung sichern.

Die großen Warenhäuser können neue Orte der Gleichzeitigkeit werden - von originell einkaufen, Formalitäten erledigen, lecker essen, Neues entdecken, Nachbarn treffen, Dinge erleben, etwas erlernen - sodass es sich wieder lohnt, dafür aus dem Haus zu gehen.

Und deshalb kämpfe ich so sehr um die kommunale Zwischennutzung des Karstadt am Leo. Der Karstadt am Leo wird unser Pilot, um zu zeigen, wie es gehen kann – und auch an anderen Orten funktionieren muss. Nicht nur, damit Touristen wieder Geld in die Stadt bringen. Sondern damit wir alle gut und gerne weiter in Mitte leben.

Damit die Stadt, in der wir uns bewegen, angenehm belebt und Berlin(-Mitte) attraktiv bleibt, kämpfe ich für die Landesbibliothek am Alex. Deshalb will ich das ehemalige Kleist-Gymnasium in Moabit zu einem neuen Kunst- und Atelierhaus machen.

Kulturräume beleben die Innenstadt

Ich möchte eine neue Kunst- und Kulturoffensive starten, um das Aushängeschild Berlins neu zu erfinden. Wir sind nicht mehr in den 90ern, aber die Kultur ist mindestens so wichtig wie nach der Wiedervereinigung. Nur mit Kunst und Kultur werden wir den Wandel in der Stadt hinbekommen und lebenswerte Räume für alle schaffen.