Was wir bereits umgesetzt haben, erfahren Sie und ihr hier.
Obdachlosigkeit nachhaltig bekämpfen
Gerade in Mitte zeigt sich eines der größten sozialen Probleme unserer Stadt mit aller Härte: Obdachlosigkeit – und ihre Folgen wie Drogenabhängigkeit, Krankheit, Kriminalität und Verwahrlosung. Das sind Zustände, die niemand hinnehmen darf. Aber eines ist mir wichtig: Verdrängung ist keine Lösung. Wer Menschen nur von einem Ort zum nächsten schiebt, verschiebt Probleme – er löst sie nicht.
Ich stehe für eine Politik, die hinschaut und an der Ursache ansetzt. Dafür braucht es Differenzierung. Es gibt nicht „die Obdachlosen“ und es gibt auch nicht die eine Maßnahme, die für alle funktioniert. Ordnungspolitische Reflexe mögen kurzfristig beruhigen, sie scheitern aber langfristig – menschlich wie politisch.
So ist es uns gelungen, rund 100 Rom:nja aus dem ehemaligen Camp am Hauptbahnhof unterzubringen. Entscheidend war dabei, die Familien nicht auseinanderzureißen, sondern sie gemeinsam unterzubringen. Vertrauen entsteht nicht durch Druck, sondern durch Respekt und Verlässlichkeit.
Eine andere Gruppe, die insbesondere rund um den Leopoldplatz sichtbar ist, sind schwer drogenkranke Menschen. Auch hier lehne ich Verdrängung entschieden ab. Wegschauen, Platzverweise oder reine Polizeipräsenz machen die Situation weder für die Betroffenen noch für die Nachbarschaft besser. Deshalb kämpfe ich für ein Haus der Hilfe: einen Ort, an dem Menschen versorgt, stabilisiert und begleitet werden können – mit Tagesaufenthalt, Drogenkonsumraum, Substitutionsangeboten, medizinischer Versorgung, Suchtberatung, Kleiderkammer und sozialer Unterstützung. Das ist Sozialpolitik mit Wirkung – und gleichzeitig ein Beitrag zu mehr Sicherheit und Sauberkeit im Kiez.
Ich arbeite dabei eng mit dem Senat zusammen, denn Obdachlosigkeit braucht eine berlinweite Strategie. Mitte darf nicht zum Auffangbecken werden, nur weil andere wegschauen. Leider erfordert es immer wieder großen politischen Einsatz, damit dieses Thema nicht von der Agenda verschwindet. Es ist unbequem, es ist kompliziert – aber es ist notwendig.
Mein politischer Anspruch ist klar: Hilfe statt Verdrängung. Perspektiven statt Platzverweise. Besonders überzeugt bin ich vom Ansatz Housing First. Er ist wissenschaftlich belegt und der erfolgreichste Weg, Menschen dauerhaft von der Straße zu holen. Ein eigenes Zuhause sollte nicht der letzte Schritt sein, sondern der erste.